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bAV - F & Q - Fragen und Antworten zur Betrieblichen Altersvorsorge

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FAQ - Betriebliche Altersvorsorge


>Worin liegt der Vorteil der betrieblichen Altersvorsorge?

Die betriebliche Altersversorgung wird vom Arbeitgeber zugesagt. Der Gesetzgeber hat ein großes Interesse am Ausbau der betrieblichen Altersversorgung und fördert die BetriebRente daher durch einsparung von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge auf Arbeitnehmer Seite und Sozialversicherungsersparnis auf Arbeitgeber Seite..Die Betriebliche Altersvorsorge kann in Form von arbeitnehmerfinanziert oder arbeitgeberfinanziert Lösung angeboten werden.

>Besteht ein Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung?

Seit dem 01. Januar 2002 haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Umwandlung von Entgeltbestandteilen in eine betriebliche Altersversorgung. Dies bedeutet
für den Arbeitgeber, dass er eine arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersversorgung einführen muss, sobald ein Arbeitnehmer dies verlangt.

Was auf den ersten Blick nach einseitiger Begünstigung des Arbeitnehmers aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Chance für den Arbeitgeber, auch in finanzieller Hinsicht: Denn der Arbeitgeber steigert mit einer betrieblichen Altersversorgung nicht nur die Motivation und Bindung seiner Arbeitnehmer, sondern spart gleichzeitig Sozialversicherungsbeiträge und erhöht somit die Liquidität im Unternehmen.

Umfang des Anspruchs: Der Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung ist im § 1 a des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) verankert. Danach können jährlich bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung umgewandelt werden. Sind die 4% durch eine bestehende Entgeltumwandlung ausgeschöpft, hat der Arbeitgeber den Rechtsanspruch erfüllt; bei geringeren Umwandlungsbeträgen besteht noch ein Anspruch auf die Differenz. Eine Verpflichtung des Arbeitgebers, eigene Beiträge für die Altersversorgung der Arbeitnehmer aufzuwenden, besteht nicht.

Wichtig: Es können nur "künftige" Entgeltansprüche umgewandelt werden: Sie dürfen zwar erdient, aber noch nicht fällig geworden sein; eine Umwandlung bereits fälliger Entgeltansprüche ist dagegen nicht möglich. Unter "Entgeltansprüchen" fallen neben dem laufenden Gehalt beispielsweise auch Einmalzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld oder Gewinnbeteiligungen.

Tarifvorrang: Ist der Arbeitgeber Mitglied im Arbeitgeberverband und der Arbeitnehmer Gewerkschaftsmitglied, so gelten für sie die Regeln des entsprechenden Tarifvertrages. Eine Entgeltumwandlung kann in einem solchen Fall nur vorgenommen werden, wenn der Entgelt-Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung dies vorsieht. Fehlt eine solche Möglichkeit, beschränkt sich der Anspruch auf das außertarifliche Einkommen.
Personenkreis: Den Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung besteht für alle Arbeiter, Angestellte, Auszubildende sowie arbeitnehmerähnliche Personen.




>Was geschieht bei längerer Krankheit oder Arbeitslosigkeit?

Der Anspruch auf Entgeltumwandlung ist vom laufenden Arbeitsverhältnisses abhängig. Wenn ich also keinen Arbeitgeber mehr habe, dann kann ich auch keine Entgeltumwandlung mehr machen. Allerdings können Verträge bei Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis als privater Vorsorgevertrag weitergeführt werden.  


>Können die eingezahlten Beträge bei Firmenwechsel ausgezahlt werden?

NEIN – eine Auszahlung kann frühestens mit Vollendung des 62. Lebensjahres (60. Lebensjahr Altverträge) vorgenommen werden. Das hängt mit der steuerlichen Förderung zusammen, die darauf ausgerichtet ist, dass für die Rentenvorsorge gespart wird und nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt Geld entnommen wird.


>Müssen jeden Monat Beiträge für die betriebliche Altersversorgung gezahlt werden?

Nein, das ist grundsätzlich nicht notwendig. Der abgeschlossene Vertrag kann unterschiedliche Möglichkeiten zulassen, zum Beispiel einmal im Jahr einen Betrag, etwa das Weihnachtsgeld oder jeden Monat. Der Arbeitgeber kann bei monatlicher Zahlung verlangen, dass regelmäßig gleichbleibende Beträge gezahlt werden.

>Ist es möglich, mit einem geförderten Vertrag auch Hinterbliebenenversorgung oder Invaliditätsschutz abzudecken?

JA, die Zusicherung weiterer Leistungen ist nicht förderschädlich. Insofern formuliert das Gesetz zur Förderung der Vorsorge nur Mindestanforderungen, über die die Anbieter selbstverständlich hinausgehen können. Es ist jedoch immer zu überlegen ob diese weiteren Leistungen nicht besser außerhalb der betrieblichen Vorsorge in einem anderen Vertrag abgedeckt werden sollten. Dieses könnte unter Umständen deutlich günstiger sein.

>Kann eine bestehende arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung für eine Entgeltumwandlung genutzt werden?

JA, es muss nur darauf geachtet werden, dass es sich um einen so genannten förderfähigen Durchführungsweg handelt; also muss die betriebliche Altersversorgung in Form einer Pensionskasse oder eines Pensionsfonds organisiert sein oder es muss eine Direktversicherung abgeschlossen werden. Daran zu denken ist allerdings das  eine Umstellung des Systems die Kosten erhöhen, sodass es oft günstiger ist, einen neuen, durch Entgeltumwandlung finanzierten Vertrag abzuschließen und die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung weiter bestehen zu lassen.

>Gibt es eine Pflicht für die Arbeitnehmer zur zusätzlichen Altersvorsorge?

Nein. Niemand ist verpflichtet, zusätzlich für das Alter vorzusorgen. Da die Renten langfristig nicht mehr so stark steigen werden, sollte sich wirklich jeder Gedanken über eine zusätzliche betriebliche oder private Altersvorsorge machen.


>Sind die Ansprüche aus einer bAV gegen Insolvenz vom Arbeitgeber gesichert?

Ja. Der Arbeitgeber ist gesetzlich sogar verpflichtet, unverfallbare Ansprüche aus einer bAV gegen Insolvenz zu sichern. In den Durchführungswegen Direktzusage, Unterstützungskasse und Pensionsfonds sind hierzu zusätzliche Beiträge an den Pensionssicherungsverein zu leisten.


>Wer bestimmt, wo das Geld für die Altersvorsorge angelegt wird?

Der Arbeitgeber kann grundsätzlich frei entscheiden, welchen Durchführungsweg er wählen will. Die Arbeitnehmer können mit dem Arbeitgeber einen Weg für die Entgeltumwandlung aushandeln. Kommt keine Einigung zustande, können die Arbeitnehmer den Abschluss einer Direktversicherung verlangen. Die Auswahl des Anbieters trifft dabei der Arbeitgeber.


>Wo liegen die Nachteile der Unterstützungskasse?

Eine Unterstützungskasse verlangt mindestens gleichbleibende Beiträge bis zum Rentenbeginn und ist sehr eingeschränkt durch die Steuergesetzgebung, so dass sich eher nur für die Arbeitnehmer mit höheren Einkommen anbietet. Es fallen neben den Beiträgen - die in eine Rückdeckungsversicherung durchgeleitet werden - auch noch zusätzliche Verwaltungskosten an. Diese trägt in der Regel jedoch das Unternehmen – hierbei geht es um die Verwaltung der Unterstützungskasse. Die Kosten hierfür reduzieren sich jedoch, wenn einer bereits bestehenden Unterstützungskasse beigetreten wird und keine eigene Unterstützungskasse gegründet wird. Eine Unterstützungskasse erfüllt nicht den Rechtsanspruch der Mitarbeiter auf Entgeltumwandlung und ist nicht zulagenberechtigt im Rahmen der Riester-Förderung. Desweiteren ist aktuell eine Übertragung der U-Kasse von einem Arbeitgeber zum neuen ArbeitgeberNICHT möglich.

>Wo liegt der Nachteil der unmittelbaren Pensionszusage?

Bei der unmittelbaren Pensionszusage erscheinen die Rückstellungen in den Bilanzen. Es gibt Unternehmen, die keine Rückstellungen in der Bilanz haben möchten. Für diese scheidet die unmittelbare Pensionszusagen aus. Darüber hinaus sind auch die Rückstellungen für diese Zusagen in der Bilanz sichtbar. Soweit keine Rückstellungen gebildet wurden, ist die Höhe der nicht gebildeten Rückstellung ebenfalls ersichtlich (unterhalb der Bilanz in einer zusätzlichen Erläuterung)


>Welchen Unterschied zwischen Pensionsfonds und Pensionskasse gibt es?

Ein wesentlicher Unterschied legt in der Ausnutzung der Chancen der Anlagefreiheit. Damit ist das Risiko dieser Art von Rentenvorsorge gegenüber der Pensionskasse deutlich höher.Für den Arbeitnehmer gibt es außer der freien Kapitalanlage beim Pensionsfonds praktisch keinen Unterschied, weil auch die Besteuerung nach § 3 (63) EStG für beide Durchführungswege gilt.

Der Unterschied liegt derzeit noch in der Beitragspflicht für die Insolvenzsicherung beim Pensionsfonds. Ein weiterer Unterschied liegt in der Nachschusspflicht. Sollte der Pensionsfonds aus irgendeinem Grund (z. B. Aktien-Kursverluste) die zugesagten Leistungen nicht erbringen können, so muss der Arbeitgeber hierfür einstehen.


>Welche Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge außer dem Pensionsfonds können auch die nachgelagerte Besteuerung bieten (steuerfrei einzahlen, spätere Rente versteuern?

>>>Pensionskassse
>>>Direktzusage
>>>Unterstützungskasse



>Welche Durchführungswege sind vom Gesetzgeber zugelassen, um den Rechtsanspruch der Arbeitnehmer auf Entgeltsumwandlung zu erfüllen?

Da wäre die Direktversicherung, der Pensionsfonds und die Pensionskasse.


>Weshalb sollte ein Arbeitgeber überhaupt eine betriebliche Altersversorgung anbieten?

Einerseits ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Rechtsanspruch der Arbeitnehmer auf Entgeltumwandlung zu erfüllen. Und andererseits hat der Arbeitgeber selbst auch Vorteile zum Beispiel durch die Sozialversicherungsersparnis. Nicht zu vergessen ist, das die betriebliche Altersversorgung die Attraktivität des Unternehmens für seine Mitarbeiter und neue Bewerber wesentlich stärkt.


>Worin besteht der finanzielle Vorteil für den Arbeitgeber?

Das läßt sich an einem Beispiel sehr gut erläutern: Ein Arbeitgeber beschäftigt 100 Arbeitnehmer mit einer jährlichen Gesamtvergütung von jeweils 35.000 EUR. Nur 10 davon (also 10%) treten in die Pensionskasse ein. Im Jahr 2003 verwendet jeder dieser 10 Arbeitnemer je 2.448 EUR für die Entgeltumwandlung über eine Pensionskasse. Somit wird bei jedem nur ein Betrag von 32.552 EUR mit Sozialversicherungsbeiträgen belastet. Das für die 10 Arbeitnehmer umgewandelte Entgelt von insgesamt 24.480 EUR jährlich ist bis einschließlich 2008 sozialabgabenfrei. Der ersparte Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung auf der Basis der heute geltenden Beitragssätze beträgt bis dahin jährlich 5.104 EUR. Wenn alle Arbeitnemer dieser Entgeldumwandlung beitreten, beträgt der Einsparungseffekt TEUR 51.

>Warum ist die betriebliche Altersvorsorge so aktuell?

Dafür gibt es drei wesentliche Gründe:
>>es besteht seit 01.01.2002 ein Rechtsanspruch  
>>steuerliche Förderung ist sehr attraktiv
>>notwendig, da die gesetzliche Rente später im Versorgungsfall nicht ausreicht


>Ist eine betriebliche Altersversorgung (bAV) mit zusätzlichem finanziellen Aufwand für den Arbeitgeber verbunden?

NEIN, wenn der Arbeitgeber nur den Rahmen für die Entgeltumwandlung zur Verfügung stellt: Er spart vielmehr Sozialversicherungsbeiträge. Je nach Durchführungsweg hat er allerdings geringfügige Beiträge zur Insolvenzsicherung zu zahlen (bei der Direktversicherung nicht).
Zahlt der Arbeitgeber hingegen eine bAV zusätzlich zum Gehalt, zahlt er auch eigene Beiträge in die bAV - allerdings aufgrund der starken Förderung mit einem wesentlich höheren Wirkungsgrad als bei einer Gehaltsauszahlung.

Und wenn er eine bAV statt einer Gehaltserhöhung einrichtet, so gibt es nur Gewinner - Arbeitgeber und Arbeitnehmer.


>Was hat sich bei der betrieblichen Altersversorgung geändert?

Wichtig, dass die Mitnahme der Betriebsrente (Entgeltumwandlung) zu einem neuen Arbeitgeber ist seit dem 1. Januar 2005 per Gesetz erheblich einfacher
geworden ist.


>Was passiert eigentlich mit meinem Anspruch auf Entgeltumwandlung während der Elternzeit?

Die Voraussetzung der betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung ist, dass auch tatsächlich Entgelt gezahlt wird. Während der Elternzeit oder des Krankengeldbezugs ist das nicht der Fall.

Seit 2005 haben Arbeitnehmerinnnen das Recht, während dieser Zeiten eigene private Beiträge zum Aufbau ihrer Betriebsrente zu leisten. Diese neue Regelung kommt besonders Frauen zugute, da die Elternzeit weit überwiegend von ihnen in Anspruch genommen wird.


>Was heißt nachgelagerte Besteuerung?

Im Jahr 2005 wurde die nachgelagerte Besteuerung eingeführt. Das heißt: In der Ansparphase bleiben die Beiträge zur Altersvorsorge steuerfrei. Später, in der Auszahlungsphase, sind die Altersbezüge, unter Berücksichtigung des dann geltenden Steuerfreibetrags, steuerpflichtig.


>Hat die Einführung von Unisex-Tarifen auch Auswirkung auf bereits abgeschlossene Altersvorsorgeverträge?

Nein, auf bereits abgeschlossene Verträge haben die Änderungen, die ab 21.12.2012 in Kraft treten, keine Auswirkungen.


>Was passiert mit meiner Betriebsrente, wenn ich künftig arbeitslos werde und Arbeitslosengeld II beziehe? Muss ich diese dann verwerten?

Nein! Der besondere Pfändungsschutz der BetriebRente bleibt erhalten. Ebenso gehören die im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung angesparten Deckungsmittel nicht zum verwertbaren Vermögen und werden deshalb im Rahmen des Arbeitslosengelds II nicht angerechnet.


>Warum ist es für die Jüngeren besonders attraktiv, frühzeitig vorzusorgen?

Ganz einfach, je länger eine Sparphase andauert, desto höher sind die Erträge. Daher ist es bei langen Laufzeiten möglich, sogar mit relativ geringem Sparaufwand wegen des Zinseszinseffektes ein hohes Kapital zu erwerben.


>Warum sollten gerade junge Menschen eine zusätzliche Eigenvorsorge aufbauen?

Es ist Fakt, dass die Menschen künftig länger leben und der Anteil älterer Menschen steigt. Die Folge, die gesetzliche Rentenversicherung kann in Zukunft nicht mehr die Renten zahlen wie das vor 10 oder 20 Jahren der Fall war. Dieses müssen die Jüngeren bei ihrer Altersvorsorge beachten.

Unser Tip: Eine Kombination aus gesetzlicher Rentenversicherung und BetriebRente und noch ein wenig private Vorsorge. Richtig Kombiniert wird die eigene  Altersvorsorge vom Staat im großen Umfang gefördert.



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